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Die Leiden des jungen Werthers oder … der doch nicht mehr so jungen Lisi! Teil 2

11 Jun

Mein Leben verläuft seit einigen Monaten nicht so, wie es sein sollte, daher sind die Abstände so groß, aber ich will noch das Ende des „Leidens“ erzählen, damit ich in ein paar Jahren darüber schmunzeln kann oder sagen kann, wer an dem ganzen Schlamasel schuld ist 😉 Hauptsache nicht ich *lach*

Doch heute hat mich die Muse geküsst, über die ich noch nicht schreiben kann, weil ich zuerst MEINE Geschichte fertig erzählen will.

Also 2 Wochen vorher hatte ich die Kontrolluntersuchung vor meinem OP-Termin, wobei ich auch diesen endlich mitgeteilt bekommen habe. Der Vormittag verlief recht interessant. Zuerst kam ich zur orthopädischen Abteilung, wo mir eine junge Assistenzärztin vollkommen übermüdet und nach einer scheinbaren Doppelschicht (sie sagte sowas zu einem Kollegen) und zwang mich die gaaaaaaaaaaanze Geschichte erneut zu erzählen, wo ich mir dachte, hallo? Dein Chef – mein Arzt, der weiß alles, aber okay.. sie macht nur ihren Job und irgendwann sieht sie sich die Röntgenbilder an und meinte, dass es möglcih wäre, dass ich eine beginnende Athrose hätte. Wie bitte? Was? Ich muss gestehen ich habe mir dabei nicht viel gedacht, weil sie eben so müde dreinschaute und mein Arzt meinte das Gegenteil. Abgehackt!

Nächste Abteilung Anästhesie. Frau Doktor sowieso sieht sich die Daten an und meint, gut Frau Hentsch, wir machen einen Kreuzstich. Ich glaube, ich habe noch nie so blöd geschaut wie in dem Moment. Ich habe schon Horrorgeschichten darüber gehört und meinte nur, Herr Doktor meinte ich bekomme eine Vollnarkose? Sie: „Er hat das nicht zu bestimmen, immerhin sag ich ihm auch nicht, wie er operieren soll.“ Und ohne dass ich es wollte (und ich wollte das wirklich nicht) erklärt sie mir, warum sie lieber einen Kreuzstich machen wolle. Da ich etwas voluminöser bin, würde der Magen an die Lunge drücken im Liegen und dadurch hat sie Probleme mit dem Beatmen. Soll heißen: Frau Hentsch, Sie sind zu fett für eine Vollnarkose. Punch! Mitten ins Gesicht, k.o in der ersten Minute. Was soll ich darauf erwidern??? (und das erzähl ich nur so genau, weil noch die größte Frechheit folgen wird!!) Muss ich dazu noch mehr erzählen? Ich kuschte und unterschrieb alles was sie mir gab.

Dritte und letzte Abteilung Röntgen- und MRT-Bilder einscannen und das war so unspektakulär, dass ich nicht einmal diesen einen Satz verschwenden wollte, aber ich tat es jetzt doch *lach*

So und nach all dem zurück zur Verwaltung und dort bekam ich den Termin: 12.02.2014!

11.02. Einzug ins Krankenhaus und zur Abwechslung mal Voruntersuchungen. Aber warum ich schon einen Tag vorher dort antanzen musste, wusste echt keiner dort so genau. War ziemlich ungewöhnlich. Alle OP-Gäste sind am gleichen Tag angereist. Naja egal, ich fühlte mich wie im Urlaub. Tag der OP: ich bekam so eine echt sexy Unterwäsche. Ich versuch es mal zu beschreiben, für all jene, die sowas noch nicht gesehen haben, es war eine Unterhose aus grobmaschigen Stoff, sprich, man sah trotzdem alles!! Einheitsgröße, wenn man einen großen Hintern hatte, waren die Maschen eben noch grobmaschiger *HandvordenKopfschlag*. Ich würde sagen, dass ist der letzte Schrei aus Mailand gewesen. Dann kam auch eine nette Ärztin (ob nett oder nicht, egal, und machte folgendes:

20140212_132815

So, was sehen wir? Ja richtig meine Beine mit Pfeilen drauf und ich fragte natürlich nach, was denn die Pfeile zu bedeuten hätten und meinte sie ganz ernsthaft: Damit wir nicht das falsche Knie operieren! Jetzt ernsthaft? Ich meine, jetzt wirklich ernsthaft? Irgendwo eine versteckte Kamera? Wieviel vertrauen schafft es dem Patienten gegenüber, wenn man so eine Antwort gibt, wenn beide Knie operiert werden? Ich kann auch anders fragen: Wieviele Knie hat der Durchschnittsmensch denn eigentlich? Ich dachte bisher zwei, aber ich habe auch nicht Medizin studiert. Also sowas lächerliches habe ich selten in meinem Leben gehört und das meine ich vollkommen ernst. Ach was rede ich, ich habe noch nie sowas lächerliches gehört. *HandvordemKopfschlag*

Geplante Operation: vormittags. Resultat: gegen 14 Uhr. Wegen Notfällen. Es war auch fraglich, ob überhaupt noch am gleichen Tag. Aber die Anspannung wuchs mit jedem Mal, wo die Tür aufging. Dann war es soweit und ich durfte mit meinem Unterhöschen im Bettchen liegen und wurde zum OP chauffiert. Herrlich. Ich bekam auch so eine Wurschtigkeitstablette, die hat es aber nur geschafft, dass ich geplappert habe. Der OP-Saal war sooo interessant, groß, größer als ich dachte..

Dann kam die Anästhesistin (versucht mal das Wort 10x schnell hintereinander zu sagen, ach quatsch, 2x reicht) und ich setzte mich auf ihr bitten auf und machte einen hübschen Katzenbuckel, dann meint die zu mir, dass es ihr leid tue, wenn sie es nicht beim ersten mal findet, weil ich so voluminös bin, könnte es sein, dass sie nicht den richtigen Zugang fände und dann gibt es eine Vollnarkose.. Also ganz ehrlich, wenn ich nicht gerade eine ziemlich unbequeme Körperhaltung hätte, wäre ich voll ausgerastet (soviel zur Wurschtigkeitspille) und ich antworete ihr eher murmelnd (weil eben keine gerade Körperhaltung), sie solle mal halblang machen, weil ihre Chefin meinte, ich wäre zu fett für eine Vollnarkose und die meinte: ja, aber die ist ja nicht hier und ich bin für Sie verantwortlich! *grmlhoch100* No comment, ganz ehrlich!

Nachdem sie einmal wirlich danebengestochen hat (an der linken Rückenseite kam so ein durchdringender Schmerz, dass mir schlecht wurde) und ich tapfer durchgehalten habe, hat sie endlich den richtigen Kanal getroffen und schwups wurde mir schwarz vor Augen und mein Blutdruck sank in den Keller. Sofort hingelegt, geschaut ob ich ansprechbar war (war ich) und nach 5 Minuten war der Spuk vorbei. Was danach kam, war echt ein eigenartiges, aber auch ein Gefühl, dass ich nicht missen wollen würde. Die Ärzte berührten mich. Die Berührung habe ich gespürt – also die auf der Haut, aber ansonsten war nichts. Sie bohrten, sie guckten, sie tratschten mit mir, mit den anderen, fachlich und auch nicht fachlich und ich spürte nur die Berührung auf meiner Haut. War echt geil oder sagen wir eher interessant.

Gut, während der OP stellte sich heraus, mein Meniskus ist einwandfrei. He? Läuft den hier alles nach Plan? Haben die vielleicht doch mein falsches Knie erwischt? Ne.. und das beste war, beide Knie waren die Menisken okay.. Was war also? Eine Knorpelglättung an beiden Knie war notwendig. Aber laut dem lieben Herr Doktor nicht gar soviel, dass es gravierend ist. Wie bitte? Und wenn es wirklich so trivial war, warum dann die großen Schmerzen? Und weiters meinte mein Arzt, dass ich froh sein kann, dass es das ist und nicht das was wir vermutet haben. Gut, dann bin ich mal froh. (Aber aufgrund von diversen Nachuntersuchungen, weiß ich jetzt auch nicht was ich genau glauben soll!)

Trotz Kreuzstich musste ich in den Aufwachraum für über 2h, bis ich meine Zehen wieder bewegen konnte. Ach das war ja auch so ein Phänomen. Ich wollte sie bewegen, spürte auch wie ich es versuchte, ging aber nichts *lach*. Hätte mir das jemand vorher gesagt, dann hätte ich mir was zum lesen mitgenommen. Nach einer Vollnarkose im Aufwachraum sein, versteh ich, weil da ist man damisch, aber ich war ja ganz bei mir, es war sooooooooooooooooooooooooo langweilig.

Gegen 20 Uhr war ich endlich auf mein Zimmer und alles war vorbei.

Eure Patientin mit scheinbar mehr als nur zwei Knie

 

 

 

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