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Die Psyche ist ein Miststück!!! oder Sind wir nicht alle etwas Gaga?

12 Jun

Das Statement „Die Psyche ist ein Miststück!“ ist mir gestern beim Schreiben mit einer Freundin gekommen und diese Tatsache kommt mir in den letzten Wochen/Monaten immer öfters und ich glaube, ich bin ein klassisches Beispiel dafür.

Tatsache ist, ich glaube an vieles.. Oder sagen wir mal so, wenn ich was höre, streite ich es nicht gleich ab, sondern lass es mal auf mich wirken und vergleiche es mit anderen, passt es auch, dann muss ja was wahres dran sein. Wenn es aber um mich selber mal geht, dann höre ich es mir an, gefällt es mir, schau ich, ob es mir was nützt, wenn es mir nichts nützt, dann hab ich es probiert – es tut nicht weh.

Kommen wir zu kurzen Beispielen (und wer mich kennt, weiß, dass das Wort kurz sicherlich nicht zutrifft):

Ich habe eine Horoskoptussi, eine Sternguckerin, eine Astrologin. Was heißt ich habe eine, ich habe sie bisher zwei mal angerufen. Beim ersten mal hat sie mir sehr gut über die Trennung geholfen und mir positive Aussichten gegeben und beim zweiten mal, hat sie mir leider nicht so nette Aussichten gegeben und naja was soll ich sagen, bisher ist alles eingetroffen. Soll ich jetzt sagen, dass Astrologie Blödsinn ist? Nein, wieso auch, daweil hatte sie ja eine ca. 90 %ige richtige Quote. Sonst hätte ich sie auch nicht ein zweites mal angerufen. An alle Zweifler sag ich nur, wenn es mir gut tut, warum nicht und es tat mir gut oder sagen wir so, ich habe gewisse Entscheidungen dann nicht mehr mit soviel Bauchweh getroffen.

Oder nehmen wir meine Brigitta, meine Energetikerin. Sie hat mich die letzten zwei Jahre begleitet und ich will meinen, dass ich dank ihr mehr an mich denke bzw. mehr auf meinen Körper höre (noch nicht genug, weil immerhin spricht er lieber mit ihr, als mit mir) und nicht ganz davon abgeneigt bin, dass sie eben meinem Körper zuhört und weiß, was er will. Leider Gottes, hört sie mit Ende des Monats auf und legt eine 2jährige Pause ein. Ich muss ehrlich gesagt sagen, als ich das gehört habe, sind mir ein paar Tränchen gekullert, weil es gerade eine Phase in meinem Leben war, wo ich das Gefühl hatte, dass mich alle verlassen, die mir gut tun. Aber Energetik ist nun auch ein Gebiet, dass man eben nicht richtig beurteilen kann, anfassen, zuhören.. interpretieren (komischerweise meist ins Schwarze) und mit dem Universum sprechen.

Also beides Beispiele, die keinem wehtun (höchstens meinem Geldbörserl) und die mich im Leben weitergebracht haben.

Aber nun kommen wir zum Miststück mit einer kurzen Vorgeschichte.

Letzten Sommer (also 2013) nach meinem Kurs, denn ich mittlerweile nur noch Psychokurs nenne (denn das war der Anfang vom Ende ;-)), fing ich an unruhig zu werden. Ich betrachtete mich und mein Leben, von der Metaebene (wurde uns im Kurs beigebracht) – dh vollkommen emotionslos eine Ebene drüber, an und fragte mich, was ich bin, wohin ich gehe, was ich will. Das Problem war: ich wurde verdammt unzufrieden. Wobei ich es anfangs nicht richtig beurteilen konnte, was mich störte. Ich hatte Freunde, einen gutbezahlten Job und keine Schulden (wenn man mal welche hatte, weiß wie wichtig das ist). Ich bezog die Unzufriedenheit auf meine kaputten Knie und auf die Langeweile die mein Leben langsam aber doch ausfüllte. Viele Stunden (wo wir das Archiv aufräumen mussten – unsere jährliche Sommeraufgabe) habe ich mit Belinda darüber gesprochen, wie unzufrieden bzw. wie unglücklich ich langsam in der Firma wurde. Die Gründe dafür waren für mich damals sozialer Natur. Mit der Zeit bemerkte ich auch, dass ich mit der Arbeit nicht mehr glücklich war, denn tagein und tagaus war es das gleiche und nicht nur das, sondern auch in jedem Monat war das gleiche oder jedes Quartal. Es ödete mich wirklich an und dann habe ich mir überlegt, wo ich mich in 20 Jahren sehe und das war definitiv nicht in diesem Büro. Im Gegenteil, mich beschlich die Gewissheit, sobald ich ernsthafter krank werden würde, ich so schnell gar nicht schauen kann und ich draußen wäre. Das würde kein Chef zugeben, aber ich habe ein Beispiel aus der Vergangenheit gehört und ein Beispiel habe ich live miterlebt und das war sicherlich ein Mitgrund, die in mir Zweifel weckten, ob ich hier gut aufgehoben wäre.

Dann fiel mir eine Aussage von meinen früheren 20er ein. „Wenn ich mit 30 keine Kinder und Partner habe, dann werde ich SOS-Kinderdorf-Mutter!“ Kleinmädchendenken, die gerne Kinder hätte. Doch diese Aussage kam mir immer öfters in den Kopf und dann erinnerte ich mich im Kurs, dass die Vortragende dauernd meinte: „Was hält dich davon ab?“ Tja ich hatte keine Gründe dafür und habe mich prompt dort beworben und auch gekündigt! Meine Kündigungsfrist war eine etwas längere, daher hab ich mir gedacht hätte ich genug Zeit die Neue einzuschulen. Denn ich wollte „meine“ Firma nicht im Stich lassen oder zumindestens nicht das Gefühl, dass ich sie im Stich lasse.

1. Bewerbungsgespräch mehr als 3 Stunden und äußerst positiv. Probewoche Anfang November mit Schlussbesprechung war auch äußerst positiv und mir wurde gesagt, dass ich ab 01.04.2014 anfangen kann. Ich müsse zwar noch den Psychotest absolvieren, aber wenn ich nicht gerade hochgradig gestört wäre, wäre das nun wirklich die kleinste Hürde, somit kann ich damit eigentlich fix rechnen. In der Firma wurde ich immer wieder gefragt, ob ich mir sicher wäre usw. Ja war ich, denn ich war mich sicher, dass ich hier nicht glücklich werden würde und ich war mich sicher, dass ich mich als „Mutter“ berufen fühlte.

Die letzten Monate waren wirklich hart. Ich hatte ein auf und ab der Gefühle und wollte noch soviel schaffen wie möglich. Meinen Kollegen gegenüber, die auch meine Freunde waren, hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, jedoch ist mir auch bewusst gewesen, dass es Zeit war, an mich zu denken und das zu tun, was ich will. Nicht nur, dass ich mit meinen Gewissen kämpfen musste, hatte ich ja auch die Probleme mit den Knien. Die OP war für 02/14 angesetzt, damit ich fix fit für 04/14 werde – meinem Arbeitsbeginn. Der Psychotest war für März angesetzt – 5 Tage nach meinem letzten Arbeitstag und einer ziemlich emotionalen Abschiedsfeier bzw. Abschiedswoche (also für mich).

Kurz gesagt: Ich bin mit Bomben und Granaten durchgefallen – soweit man das über einen Psychotest sagen kann. Nicht, dass das Schmach genug gewesen wäre, waren die Worte vom SOS-Kinderdorf echt härter als hart: „Wir haben noch nie so einen schlechten Psychotest gesehen und bitte konsultieren Sie einen Psychotherapeuten!“ „Sie sind äußerst introvertiert, mißtrauisch, arbeiten schlampig und halten sich nicht an Regeln, egozentrisch und sind emotional instabil!“ In einer halben Stunde verpackt.

Jetzt im Nachhinein muss ich ja echt sagen, dass man einer emotional instabilen sowas nicht so sagen sollte, denn die haut sich vor dem nächsten Zug! Ganz ehrlich. Ich versuchte zu erklären, dass ich etwas introvertiert wäre, Erwachsenen gegenüber mißtrauisch aber die anderen Punkte sicher nicht stimmen könnten, sonst hätte ich in meiner ehemaligen Firma nicht einen guten Ruf gehabt. (Was ich meiner Meinung nach hatte!) Nachdem mir noch zweimal empfohlen wurde, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, war mein Bewerbungslauf zu Ende und ich stand nun ohne Job da und ohne Plan B (immerhin hatte ich eine mündliche Zusage – siehe weiter oben). Meine Welt zerbrach und ich heulte 2-3 Tage – Bestätigung für die emotionale Instabilität. Ich wollte mit keinem sprechen – Bestätigung für Introvertiertheit und ich dachte die Welt hätte sich gegen mich verschworen – Bestätigung Egozentrik. Da haben wir es. Ich glaubte das was sie mir sagten.

Meine Schmach wurde nicht geringer, als ich es nach und nach den Leuten erzählen musste. Naja.. die Meinungen der Leute war sowas von unterschiedlich, das war interssant. Und alle – durch die Bank – meinten, dass die Punkte nicht wahr wären. Nur eine Person meinte, dass das stimme (bis auf das egozentrische) und naja, ich bin mir nicht sicher, ob ich auf eine Meinung von vielen hören sollte. Damals tat ich es.

Arbeitslos. Wow. Das war für mich echt nicht leicht. Ich und arbeitslos. Aber auch da wurde mir von jedem (und das war eine einheitliche Meinung) gesagt, dass ich sicherlich nicht lange arbeitslos wäre, mit meinem Charme und meinen Qulifikationen. Beim Arbeitsmarktservice ersuchte ich um einen Kurs, weil ich echt nach 3 Wochen zu Hause sitzen, mal was machen wollte – immerhin war ich es nicht gewöhnt, so gar nichts zu tun. Gesagt, getan, ich bekam einen Kurs namens „Neu starten“. Da ging es um Bewerungsschreiben, – gespräche usw. Nicht das was ich mir vorgestellt habe, aber immerhin hatte ich Abwechlsung und war unter Menschen – richtig, das war das erste, was mir auffiel, mir fehlten die sozialen Kontakte (soviel zu meiner Introvertiertheit). Ich hatte wirklich Glück mit meinen Vortragenden, der auch Mediator war und Psychologie studierte.

Letztendlich kam ich drauf, denn diese Coaches erzählen dir nicht gleich, was los ist, sie wollen, dass du selber drauf kommst, auch wenn du 5 Wochen dafür brauchst (solange hab ich nämlich gebraucht), dass ich noch gar nicht arbeiten will. Als ich diese Erkenntnis laut aussprach, meinte er ganz trocken: „Weiß ich schon seit dem ersten Tag!“ Ach Gott, wie gerne wäre ich ihm an die Gurgel gesprungen. Aber Selbsterkenntnis ist der erste Weg der Besserung. Dieses Sprichwort ist wohl Devise.

Alle anderen Vortragenden haben sich an den Kopf gegriffen, als ich Ihnen das Ergebnis vom Psychotest mitgeteilt hätte (in der Vorstellungsrunde mussten wir immer sagen, woher wir kommen, wie es dazu kam, dass wir hier sitzen und wohin wir wollen). Keiner von denen war mit irgendeinen Punkt einverstanden, der rauskam. Ein Psychotest ist eine Momentaufnahme und das dieser kurz nach meinem Weggang gemacht wurde, hat sicherlich das Ergebnis nicht gefördert. So wurde es mir gesagt und daran halte ich mich jetzt fest, weil auch ich habe mich beobachtet und der negativste Punkt war, dass ich introvertiert bin und das ist sowas von unwahr. Im Gegenteil ich spreche wildfremde Menschen auf der Straße an und frage, ob ich ihnen helfen könne, wenn ich sehe, dass sie suchend umherschauen. Also Bullshit, par excellence!

 

Und nun kommen wir nochmals zum Satz:

Die Psyche ist ein Miststück!!!

Denn mein Coach meinte, dass ich einfach sowas wie ein Burn-out hatte und ich einfach keinen anderen Ausweg gefunden habe, als mir vorzugaukeln, dass ich zum SOS-Kinderdorf gehen will. Aber in Wirklichkeit, war es nur der Wunsch, damit ich kein schlechtes Gewissen habe, warum ich kündige. He? Wie bitte? Wenn das wirklich so gewesen ist, dann wäre es mir bei Gott lieber gewesen, dass ich monatelang in Krankenstand gewesen wäre, damit ich weiterhin Kohle beziehe. Er meinte nur (wieder ganz trocken), das hätte meinen Ruf zerstört und ich hätte andere enttäuscht und das ist etwas, was ich nie tun würde. Ich zerstöre lieber mich selber bzw. ich stelle meine Bedürfnisse zurück, damit es anderen gut/besser geht. Danke Herr Dr. Freud, ich wünschte das wäre nicht so.

Aber ich muss gestehen, auch wenn es finanziell traurig aussieht, auch wenn mir ab und zu langweilig ist, ich fühlte mich schon lange nicht mehr so ausgeglichen. Ich kann mich wirklich um mich kümmern bzw. um meine ganz persönlichen Probleme (Knie, Beine) und jetzt habe ich wieder einen Kurs bekommen (Englisch für 10 Wochen) und das ist genau das was ich zur Zeit will und nicht mehr Verpflichtung. Scheinbar ging es auch darum: mir war die Verpflichtung „perfekt“ zu sein und mit den ganzen Zielen, die ich mir privat gesetzt habe und beruflich schon hatte, einfach zu viel und ich brauchte eine Auszeit. Der Urlaub hat nicht gereicht und ehrlich gesagt habe ich jetzt schon 3 Monate Urlaub und ich brauche noch mehr. Ich könnte mir vorstellen eine total stupide Aufgabe zu übernehmen für einige Stunden in der Woche, aber mehr will ich zur Zeit nicht.

Ich bin aber immer noch der Meinung, dass die Psyche mich am A… lecken kann, denn seit einem Jahr tu ich da herum, was ich will, was ich nicht will und raus kommt sowieso was ganz anderes und angeblich und das sag ich jetzt wirklich nur, weil ich es gestern in einer Zeitschrift gelesen habe, sind die Schmerzen in den Beinen/Füßen genau dieses Anzeichen. Das ich gerade nicht im Leben stehe und auf der Suche bin.

In diesem Artikel ist man nämlich der Meinung, dass gewisse, immer wiederkehrende Schmerzen ein Zeichen für etwas psychisches steht. Zum Beispiel: Hat man öfters Halsschmerzen, dann ärgert man sich/ist zornig über etwas, will/kann es aber nicht aussprechen. Bronchitis steht für „Entzündungen“ in der Familie, durch Streit aber auch Stillschweigen. Ich kenne Leute, wo das passt und wieder sind wir beim Thema der ersten Zeilen. Warum nicht daran glauben, wenn ich schon 3 Beispiele dafür habe, dass es passt. Ach übrigens: Meniskusprobleme stehen für Hochmut. Find ich äußerst passend. Und nur zum besseren Verständnis, es geht nicht um einmaliges, sondern öftere Leiden. Aber ganz ehrlich, so ganz kann man das ja auch nicht für bare Münze nehmen, denn das würde ja jegliche Krankheit mit der richtigen psychischen Behandlung heilbar sein? Krebs, HI-Virus? Auch wenn ich schon gelesen habe, dass manch einer Krebs mit positiven Gedanken und Lebenswandel bekämpft hat. Naja.. jeder wie er will bzw. woran er glauben will. Aber ich fand eben Beispiele, wo das passen würde und ich selber gehöre auch dazu.

Und nun zum Abschluss die Frage: Kann es sein, dass unsere Psyche unser Leben mehr beeinflusst, als und lieb ist oder uns bewusst ist? Ich denke langsam schon und da man auf die nur wenig Einfluss hat, wiederhole ich zum xten mal, sie ist ein Miststück! Ohne ihr wären wir alle miteinander besser dran, jedoch würde es uns dann noch geben??? Seit dem Psychotest denke ich viel über solche Sachen nach, dh es könnte sein, dass ich weiterhin hier mit Psychoscheiße daherkomme.

Eure Suchende

 

 

Eine Antwort zu “Die Psyche ist ein Miststück!!! oder Sind wir nicht alle etwas Gaga?

  1. hebusvontroy

    Juni 14, 2014 at 8:45 pm

    Viel Glück bei der Suche.

    Wäre es eine Reise, könnte man ja sagen „Der Weg ist das Ziel.“ – doch das geht beim Leben eher schlecht. ;o)

    Du wirst Dich schon finden. *Daumendrück*

     

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